Unser Senior und Ehrenmitglied Horst Wagner hat uns am 3. Oktober 2007 verlassen. Er ist im Alter von 78 Jahren den Folgen eines Gehirntumors erlegen, der erst wenige Monate zuvor diagnostiziert worden war. Die letzte Zeit seines Lebens hat Horst in seiner Heimat, dem thüringischen Eisenach, bei seiner engen Freundin Erika König verbringen dürfen, die ihn liebevoll gepflegt hat. Die Trauerfeier hat am 26. Oktober in Eisenach stattgefunden. Am selben Tag wurde die Urne mit den sterblichen Überresten auf dem städtischen Friedhof bestattet. Sie liegt dort in der Nachbarschaft von Gräbern großer thüringischer Dichter, Musiker und Architekten.
Dem Publikum der SF-Tage NRW ist Horst dadurch bekannt geworden, dass er im Harenberg City Center die Lautsprecherdurchsagen übernommen hatte. Seine Art und Weise, die Programmpunkte anzusagen, hatte bald Kult-Charakter. In der DORT.con-Zeit hat er uns nicht nur durch seine technische Pfiffigkeit und beim Catering unterstützt sondern auch eigene Vorträge gehalten. Für den Trägerverein des DORT.con hat Arno Behrend auf der Trauerfeier folgende Ansprache verlesen:
In letzter Zeit habe ich immer wieder E-Mails gelesen und Worte gehört, die ein bestimmtes Bild beschreiben. Sie lauten immer ähnlich, etwa: Wenn ich an Horst denke, sehe ich ein verschmitztes Lächeln. Das haben wir in der Tat oft gesehen. Wir wussten, es war echt, es kam aus seinem Herzen, und es entstand aus der Freude, die er bei uns empfunden hat.
Viele andere Wesenszüge, die Horst zu Eigen waren, wurden mir so beschrieben, dass ich nur zu nicken brauchte. Von seiner Neugier war die Rede, seiner Offenheit und seiner fast bis zuletzt ungebrochenen Aktivität. Horst hat uns immer wieder mit seiner Findigkeit und seinem Engagement überrascht. Wir haben über sein Leben Dinge erfahren, über die man manchmal nur staunen kann. Er hat uns erzählt, wie er und seine Familie nach dem Krieg mit viel Einfallsreichtum alle Herausforderungen dieser Zeit gemeistert haben.

Zu keinem Zeitpunkt ist Horst von einer negativen Sicht der Dinge ausgegangen. Er hat nie aufgegeben, war immer da, immer bereit zu helfen, hat in anderen Menschen immer deren Freundlichkeit gesucht und sie aufgrund seiner eigenen Freundlichkeit auch stets gefunden. Immer hat er daran geglaubt, dass es für die Welt, für die Menschheit positiv weitergehen wird. Wenn er schlimme Zeiten überstehen konnte, warum sollte es allen übrigen Menschen nicht gelingen? Wenn er im hohen Alter wertvolle Freundschaften schließen und mit anderen Menschen schöne Erfahrungen und schöne Gedanken teilen konnte, warum sollte es anderen Menschen nicht gelingen? Horst hat zum Leben anderer Menschen beigetragen, durch die Musik, indem er seine handwerkliche Hilfe angeboten hat, indem er gekocht hat, indem er ein guter Freund und Gefährte war – in seiner thüringischen Heimat, bei uns in Westdeutschland oder in der Türkei, wo bald eine ganze Gemeinde seine Freundlichkeit und Offenheit schätzen gelernt hat. Schließlich hat er uns durch seinen Optimismus bereitwillig bereichert. Und dieser Teil von ihm hilft uns heute, erst Abschied zu nehmen und dann nach vorne zu schauen, aufzunehmen, was er uns hinterlassen hat, an schönen Gedanken und wunderbaren gemeinsamen Erfahrungen. Wenn ich einmal alt bin, möchte ich sein wie Horst. Wenn ich einmal zweifle, möchte ich dem seinen Optimismus entgegensetzen. Und wenn ich ihn vermisse, werde ich mich im selben Augenblick darüber freuen, dass wir uns gekannt haben und Freunde waren.
Manche Menschen glauben, dass jene die von uns gegangen sind, uns noch eine Weile beobachten können. Horst wird sich freuen, wenn wir an ihn denken. Und er wird sich freuen, wenn wir dann wieder nach vorne schauen und unser Leben mit einer offenen, positiven und optimistischen Einstellung fortsetzen können.